Hallo März – Kleine Einblicke in das Tagebuch von Krissilein.

Hurra! Endlich ist der März da!

Der Januar und der Februar sind wirklich die deprimierendsten und bedrückendsten Monate im Jahr.
Für mich war das schon immer so. Aus diesem Grund kann ich beide nicht besonders gut leiden. Das ist nachvollziehbar.
Aber warum ist das überhaupt so?
Ich kann das begründen, aber irgendwie auch nicht.

Es liegt nicht daran, dass der „Zauber“ von Weihnachten verpufft ist.
Jedenfalls nicht nur.
Es liegt nicht am schlechten Wetter.
Jedenfalls nicht nur.
Es liegt nicht an den viel zu kurzen Tagen.
Jedenfalls nicht nur.
Es liegt nicht daran, dass (früher die Schule und heute) die Arbeit mich in diesen Monaten förmlich zu erdrücken scheint.
Jedenfalls nicht nur.
Es liegt nicht daran, dass mir die Motivation fehlt, die großartigen Dinge im Leben zu unternehmen.
Jedenfalls nicht nur.

Ich denke vielmehr, es ist eine Kombination aus allem.

Versteht mich nicht falsch, ich mag gemütliche Abende zu Hause, mit Tee und in eine Decke eingekuschelt auf dem Sofa, während es draußen düster ist und es regnet, stürmt oder schneit.
Ihr wisst das, denn ich habe vor ziemlich genau 6 Monaten einen Blogeintrag dazu geschrieben.

Aber wie das bei fast allem so ist, gibt es auch hier Grenzen.
Während ich mich im  September, Oktober, November und Dezember noch über all die (vermeintlichen) Vorzüge von Herbst und Winter gefreut und diese Zeit in vollen Zügen genossen habe, begann die Stimmung Anfang Januar bereits langsam umzuschlagen. Es reichte einfach.

Zu meinem Leid wusste ich aber, dass es noch mindestens zwei weitere Monate dauern würde, bis der Frühling langsam ein Einsehen mit uns hat. Für mich die motivationsschwächste Zeit überhaupt. Auch das war vermutlich ein Grund, wieso ich es einfach nicht mehr auf die Reihe bekommen habe, zu bloggen.

Dass ich jetzt gerade Urlaub habe und schon ein paar Tage Zeit hatte, um vernünftig runterzufahren, kommt mir da natürlich sehr gelegen.
Noch viel schöner ist jedoch, dass wir endlich die magische Grenze zum März überschritten haben.
Jetzt weiß ich, dass es jeden Tag soweit sein kann und der Frühling  endlich anklopft, auch, wenn er uns im Moment noch ein bisschen zappeln lässt.

Einen besseren Motivationsbooster gibt es doch gar nicht.

Anfang März, wenn die Tage langsam länger hell bleiben und die Vögel einen schon am frühen Morgen aus dem Schlaf zwitschern, fange ich an zu überlegen, was ich selbst noch dafür tun kann, damit ich schneller aus dieser… nennen wir es  kleine „Lebenskrise“ raus komme und formuliere kleine Motivationsvorsätze, die ich mir bei Bedarf immer wieder vor Augen führen kann. Das mache ich schon seit Jahren so.
Diese Vorsätze sind nicht zu vergleichen mit Neujahresvorsätzen, die meistens viel zu hoch gegriffen und aus diesem Grund eh nicht eingehalten werden. Es sind einfach kleine Motivationsspritzen mit großem Effekt (für mich).

Meine Frühjahres-Vorsätze für dieses Jahr sehen wie folgt aus:

  1. Jeden Tag mit einem Lächeln aufwachen und wieder einschlafen. Damit der Tag mit dem schönsten beginnt und auch wieder endet.
  2. Viel mehr Dinge tun, die mich glücklich machen und weniger Dinge, die mich unglücklich machen.
  3. Weniger nachdenken und mehr machen.
  4. Mich nicht mehr von Stress im Alltag beherrschen lassen, sondern mir die Zeit besser einteilen und sinnvoll nutzen.
  5. Die Tage in vollen Zügen genießen, im Hier und Jetzt leben und nicht ständig an Morgen denken.
  6. Auf meinen Körper hören und mir häufiger was Gutes tun.

Ich habe die ungemütliche Zeit jetzt in einen Sack gepackt und im Keller verstaut.
Dort bleibt sie jetzt bis September… dieses Jahr vielleicht sogar noch ein bisschen länger.

Hallo milde Temperaturen bis zum Abend.
Hallo leuchtend gelber Ball am Himmel (wie heißt du noch… Sonne?).
Hallo Lederjacke, Jeansjacke und Daunenweste.
Hallo Sonnenbrille.
Hallo Sneaker.
Hallo Eis.
Hallo Blumen.
Hallo Vögelchen.
Hallo Barfuß auf der Wiese rumlaufen.
Hallo Röcke ohne (dicke) Strumpfhose.
Hallo leicht gebräunte Haut.
Hallo gute Laune.
Hallo Frühling!

Von Altlasten befreien.

Altlasten sind kleine fiese Biester. Wir alle kennen sie. Hirngespinste, die immer genau dann auftauchen, wenn man gerade alleine und traurig ist oder einfach zu viel Zeit zum Nachdenken hat.
Glücklicherweise gelangt man irgendwann an einen Punkt, an dem man sich überwindet, loszulassen.

Diejenigen von euch, die mir schon länger auf Instagram folgen, werden sich vielleicht daran erinnern, dass ich mich am Anfang des Jahres in einer Situation befand, die mich völlig aus der Bahn geworfen und mich wochenlang blockiert hat. Mehr konnte und wollte ich damals nicht darüber sagen.
Ich war noch nicht bereit dazu.
Aber ich habe versprochen, dass ich euch aufklären werde.
Einen ersten Versuch habe ich bereits im Februar unternommen. Ich habe mich also hingesetzt, bin in mich gegangen und habe angefangen zu schreiben. Ich habe viel geschrieben. Einen ganzen Beitrag um genau zu sein. Diesen Beitrag wollte ich auf Instagram posten, weil meine Website zu dem Zeitpunkt noch nicht existierte.
Doch dazu kam es nicht.
Ich saß eine ganze Weile da, mit meinem Handy in der Hand und hätte nur noch auf „teilen“ klicken brauchen.
Ich war noch nicht bereit.
Ich war noch nicht bereit, damit abzuschließen.
Ich war noch nicht bereit, es öffentlich zu machen.

Ich habe den Text also gespeichert und mir vorgenommen, dass ich mein Versprechen ein anderes Mal einhalten werde.

Mittlerweile sind fast 9 Monate vergangen. Es geht mir wieder gut. Sehr gut sogar. Mittlerweile kann ich darüber sprechen bzw. schreiben, ohne direkt in Tränen auszubrechen. Ich bin darüber hinweg.

(Original-Text vom 27. Februar 2016)

„Es ist an der Zeit, dass ich euch erkläre, was mich seit ein paar Wochen so sehr beschäftigt. Es ist ein Thema, das zwar nicht alltäglich ist, aber trotzdem jeden von uns betreffen könnte.

Es geht um Folgendes:
Ich wurde an meinem Arbeitsplatz seit über 6 Monaten von meinem Vorgesetzten sexuell belästigt. Was genau vorgefallen ist, möchte ich nicht sagen, aber von der Polizei wurde es als sexuelle Nötigung eingestuft, damit ihr eine grobe Vorstellung habt.
Ihr fragt euch sicher, wieso ich das so lange habe über mich ergehen lassen. Eine berechtigte Frage. Wenn man selbst nie in einer solchen Situation war, kann man das natürlich schwer nachvollziehen.
Ich kann euch darauf auch nur die Antwort geben, die ich schon der Polizei, meinem Arzt und dem Rechtsanwalt gegeben habe: Ich dachte immer, dass ich die einzige Betroffene bin und hatte einfach große Angst, etwas zu sagen oder zu machen und ich war auch nicht in der Lage dazu. Ich fühlte mich ohnmächtig. Natürlich habe ich hin und wieder darüber nachgedacht, mit jemandem zu sprechen. Aber dann habe ich mir jedes mal ausgemalt, wie es wäre, wenn man mir nicht glaubt. Thema erledigt.
Vor ein paar Wochen habe ich dann durch Zufall herausgefunden, dass noch weitere Kolleginnen betroffen sind. Wir haben beschlossen, dass wir gemeinsam zu unserem Geschäftsführer gehen und ihn über den Sachverhalt informieren.
Leider wurde uns schnell klar, dass wir von ihm keinerlei Verständnis für unsere Situation bekommen und er ganz offensichtlich auf der Seite unseres Peinigers war.
Natürlich haben wir dann bei der Polizei Anzeige erstattet und die IHK informiert (denn auch Auszubildende sind betroffen).
Mittlerweile sind wir 7 Frauen, die gegen ihn aussagen werden sowie ein männlicher Zeuge.

Ich konnte aufgrund der psychischen Folgebelastungen (Schlafmangel, Angstzustände, Antriebslosigkeit) seit vier Wochen nicht mehr arbeiten gehen. Denn nicht nur die Angst vor meinem Vorgesetzten, sondern auch das verlorene Vertrauen in den Geschäftsführer und Kollegen haben mir zu schaffen gemacht. Allerdings habe ich die Zeit genutzt, um mir arbeitsrechtlichen Beistand von einem Anwalt zu holen, damit mir und meinen Kolleginnen so etwas nie mehr passieren kann!

Am Montag ist es soweit… Ich werde ins Büro zurückkehren. Mein Vorgesetzter ist bis auf Weiteres von der Arbeit freigestellt. Mit ihm brauche ich also zum Glück nicht rechnen. Dennoch bin ich sehr angespannt. Wird der Geschäftsführer sich zu der Sache äußern? Hat er bisher nämlich noch nicht! Wie werden die unbeteiligten Kolleginnen und Kollegen auf meine Rückkehr reagieren? Wie ist das Arbeitsklima? Denn mittlerweile wissen natürlich alle Bescheid.

Ich hoffe, dass sich das alles irgendwie einrenken wird, denn sonst werde ich dort nicht mehr arbeiten können. Aber ich möchte es zumindest versuchen und abwarten, was passiert.
Mittlerweile bereue ich es wirklich, dass ich nicht schon früher den Mund aufgemacht habe, denn dann hätte ich einiges Verhindern können.

Jetzt wisst ihr Bescheid und ihr ahnt gar nicht, wie befreiend das für mich ist. Ich habe euch so wahnsinnig lieb gewonnen und deshalb ist es mir wichtig, dass ich nicht nur die schönen Dinge im Leben mit euch teile, sondern auch die traurigen. Gemeinsam sind wir stark!

Vielleicht als Tipp an alle (auch wenn ich hoffe, dass euch sowas niemals passiert): „Wehrt euch! Lasst niemals etwas zu, was ihr nicht möchtet! Geht zu Jemandem, dem ihr vertraut (z. B. Familie oder Freunde), schweigt nicht, sondern sprecht aus, was passiert ist. Schaltet ggf. die Polizei und einen Anwalt ein oder wendet euch an öffentliche Hilfestellen und redet, wenn nötig, mit einem Arzt, da die Psychische Belastung sich auch auf die körperliche Befindlichkeit auswirken kann. Und denkt immer daran… ihr seid niemals alleine!“

Seitdem hat sich einiges getan.
Ich habe also kurz nach dem Verfassen des Textes wieder angefangen  dort zu arbeiten. Aber nur eine Woche. Und es war keine schöne Woche. Ich habe mich unwohl gefühlt. Die Kollegen in meiner Abteilung haben zwar nicht ein Wort über das Geschehene verloren aber ich habe die ständigen Blicke förmlich gespürt.
Mein Vorgesetzter war nicht vor Ort, doch er war allgegenwärtig. Er hat ständig mit einem Kollegen telefoniert, was bei mir jedes Mal ein ungutes Gefühl in der Magengegend ausgelöst hat.
Und auch der Geschäftsführer hat zu meinem Unwohlsein beigetragen. Er hat mich ständig zu sich ins Büro zitiert und mit mir darüber gesprochen, dass mein Vorgesetzter ganz bald wieder ins Büro zurückkehren wird und dass ICH mir mal Gedanken machen soll, was zu unternehmen ist, damit ich damit klarkomme (räumliche Trennung, Kontaktverbot etc.). Mir war natürlich klar, dass das in jeder Hinsicht für mich absolut inakzeptabel ist, deshalb habe ich nach genau 5 Tagen den Entschluss gefasst, dass ich in diesem Unternehmen unter keinen Umständen weiter arbeiten kann.
Ich habe mich mit Hilfe meines Anwalts kündigen und bis zum Eintritt der Kündigung von der Arbeit freistellen lassen.

So hatte ich genug Zeit, um mir eine neue Stelle zu suchen. Und ich bin recht schnell fündig geworden.

Einige Wochen später wurde ich von der Staatsanwaltschaft als Zeugin zur Gerichtsverhandlung geladen. Ich hatte große Angst davor, meinen ehemaligen Vorgesetzten bei der Verhandlung wiederzusehen. Völlig unbegründet, wie sich herausstellte, denn der Herr ließ sich nicht blicken. Nicht mal sein Anwalt ist aufgetaucht. Ich war irgendwie erleichtert, aber es hat mich gleichzeitig unheimlich geärgert.
Wie ich etwas später durch meinen Anwalt erfahren habe, kam es zu einem neuen Gerichtstermin. Allerdings wurde unsere Aussage hier scheinbar nicht mehr benötigt. Auch über den Ausgang wurde ich bisher noch nicht informiert. Ist er dort überhaupt aufgetaucht?
Mir ist es mittlerweile ganz recht, dass ich nicht mehr so häufig damit konfrontiert werde, denn jeder Brief, der vom Gericht oder von meinem Anwalt bei mir ankam, hat mich immer wieder aufs neue aufgewühlt.
Ich hatte mein Ziel längst erreicht. Ich habe mein Schweigen gebrochen und dem ganzen ein Ende gesetzt. Nur so konnte ich, gemeinsam mit meinen Kolleginnen, unsere Nachfolgerinnen vor dem gleichen Schicksal bewahren.
Mehr wollte ich gar nicht.
Alles weitere liegt jetzt in den Händen der Justiz.

Vor kurzem habe ich Kontakt mit einer ehemaligen Kollegin gehabt. Sie hat mir gesagt, dass mein ehemaliger Vorgesetzter bis heute wohl keinen Fuß mehr in das Bürogebäude setzen durfte und es bisher auch nicht danach aussieht, dass sich das bald ändern würde. Das bestätigt mich in der Annahme, dass wir das Richtige gemacht haben, auch wenn es uns unglaublich viel Überwindung gekostet hat.

 

 

 

 

 

September Rückblick.

Jaaaaa ich weiß… Der September liegt mittlerweile schon einige Tage zurück.
Für mich war er jedoch so besonders, dass ich ihm noch einen eigenen Blogpost widmen möchte.
Ich schreibe schon eine ganze Weile hin und wieder kleine Rückblicke, damit ich mich noch Monate, sogar Jahre später an ganz besondere Augenblicke und Situationen in meinem Leben erinnern kann. Erst habe ich sie in Notizbüchern niedergeschrieben, später in Word abgetippt und auf dem Computer oder meiner heiligen externen Festplatte gespeichert. By the way: Die Festplatte ist kaputt gegangen und existiert nicht mehr… der Computer ebenso!
Jetzt bin ich stolze Betreiberin einer eigenen kleinen Website. Das Internet geht nicht kaputt.
Eine Gute Gelegenheit, um das Ganze mit euch zu teilen, in der Hoffnung, dass  es euch auch interessiert (Feedback erwünscht) und es für die meine Ewigkeit festzuhalten.

Damit wären wir auch schon beim ersten Punkt meiner Liste (chronologisch kann Jeder):

Im September (16.09.) habe ich meinen Blog auf Instagram öffentlich bekannt gemacht. Für mich war das ein ganz spannender und unglaublich aufregender Moment, denn ich hatte zwar eine ungefähre Vorstellung, was das Ganze für mich bedeuten könnte, aber ich hatte auch Hoffnungen und Ängste. Natürlich habe mir sehr gewünscht, dass ersteres erfüllt wird.

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Mittlerweile sind seit der Bekanntmachung rund 5 Wochen vergangen und ich muss ehrlich gestehen, dass meine Erwartungen wirklich übertroffen wurden.
In dieser kurzen Zeit haben bereits 400 Menschen meine kleine Seite besucht, durchstöbert und mir sowohl hier, als auch bei Instagram Feedback gegeben. Einige sogar mehrmals.
Das hat mich regelrecht überwältigt und überzeugt mich nur mehr, davon dass das, was ich hier tue, goldrichtig ist.  An dieser Stelle ein großes DANKE an euch! Denn ein Blog, auch wenn es nur ein kleiner und privater ist, ist nichts ohne seine Leser!

Im September steht in meinem Privatleben immer ein ganz besonderer Tag an: der Jahrestag von meinem Schatz und mir (14.09.) – in diesem Jahr wars übrigens der zweite. Das klingt jetzt vielleicht nach wenig, aber mir kommt es so vor, als wären wir schon eine Ewigkeit zusammen… eine glückliche Ewigkeit.
Ein Leben ohne ihn ist für mich einfach nicht mehr vorstellbar.

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Achtung… Jetzt wird’s sportlich! Ich habe mehr (oder weniger) angefangen, wieder Joggen zu gehen (02.09.). Diesmal aber ohne irgendeine App, die mich nur mehr und mehr unter Druck setzt und bei mir den Spaß am Sport direkt im Keim wieder erstickt. Wenns um Sport geht, kann ich mich erstaunlich schnell selbst unmotivieren. Deshalb werden diesmal jegliche Vorgaben (wie lang, wie schnell oder wie weit ich laufe) gestrichen. Ganz entgegen meiner üblichen Vorgehensweise. Einfach nur Stöpsel ins Ohr, Musik an und los, so weit mich meine Füße, Beine und Seitenstiche eben lassen. Fuck the System!

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Beruflich hat der September für ich vor allem eins bedeutet: Ab jetzt gibt’s viel zu tun! Ich arbeite im Einzelhandel, allerdings hinter den Kulissen, im Marketing um genau zu sein. Und ich kann mich in den nächsten Wochen also auf einige Überstunden gefasst machen. Aber: Wer mich schon länger verfolgt, der weiß, dass ich erst um Juni meinen Job gewechselt habe und mich jetzt wirklich pudelwohl fühle.

Trotzdem gut, dass ich Ende September (28.09.-05.10.) ein paar Urlaubstage einschieben konnte, um etwas Energie für die bevorstehende Zeit zu tanken, auch wenn die Umstände nicht gerade die schönsten waren.

Denn leider hatte der September auch eine deutliche Schattenseite! Ich habe von der Krankheit meines Vaters erfahren (24.09.). War am Boden zerstört. Hatte große Angst und viele Sorgen. Und zum Glück auch ein bisschen Hoffnung. Ich war stark. Die ganze Familie war stark.

Mittlerweile sehe ich das Ganze etwas entspannter, denn ich weiß, dass die Geschichte gut ausgegangen ist. Aber ich bin davon überzeugt, dass diese eine Sache mich noch ewig an den September 2016 erinnern wird. Auch ohne Niederschrift.

Und da gibt es noch etwas, das mich wohl ewig an den September erinnern wird.
Meine kleine Nichte hat das Licht der Welt erblickt (26.09.). Klein M. hat meinen Bruder das erste mal zum Vater, mich das erste Mal zur Tante und meine Eltern das erste Mal zu Großeltern gemacht. Das ist natürlich etwas ganz Besonderes für die ganze Familie. Und wir sind alle froh, dass sie endlich da ist, wenn auch früher, als erwartet.

Wie man sieht, hat sich der September für mich als äußerst turbulent herausgestellt. Angst. Traurigkeit. Großes Glück. So weit entfernt und irgendwie doch so nah aneinander.
Eine Achterbahnfahrt der Gefühle liegt hinter mir, gnadenlos und unglaublich bewegend. So ganz bin ich immer noch nicht darüber hinweg. Aber es wird.

Das Beitragsbild hat für mich übrigens eine große Bedeutung, denn es ist ein Ausschnitt von einem Bild, dass eine Mutter mir aus dem gemeinsamen Urlaub mit meinem Vater geschickt hat… etwa 2 Wochen vor der Diagnose.
Ich finde es wirklich wunderschön.

Jetzt hoffe ich, dass ihr ein bisschen Spaß beim Lesen hattet und widme mich ab jetzt schon dem nächsten Beitrag 🙂

 

 

Herbstgefühle.

Endlich Oktober!

Während sich viele danach sehnen, dass der Sommer und die langen, milden Tage noch etwas länger bleiben, beginnt für mich genau jetzt meine absolute Lieblingsjahreszeit.

Ich bin ein Herbstmädchen. Durch und durch.

Ich liebe kühle, graue, neblige, stürmische und verregnete Tage.
Umso ungemütlicher es draußen ist, desto gemütlicher mache ich es mir drinnen.
Ich habe schon oft und lange über den Herbst und seinen tendenziell schlechten Ruf nachgedacht. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich schlicht und einfach anders darüber denke.
Herbst bedeutet nicht (nur) zunehmend kaltes und nasses Wetter, kurze Tage, schlechten Laune und Frust. Im Gegenteil.
Herbst ist die Zeit von Duftkerzen, Kuschelkissen und -decken, von flauschigen Schlafanzügen und wolligen Oversize-Pullis, von Tee, Kakao und heißer Milch mit etwas Honig!
Zugegeben, ein heißes Bad oder ein knisterndes Feuer würden dem ganzen noch das Häubchen aufsetzen.
Leider haben wir weder eine Badewanne, noch einen Kamin. Ich habe mich daran gewöhnt. Und das ist gut so.

In diesem Jahr hatte ich trotz meiner überwiegend positiven Einstellung einige „Startschwierigkeiten“ beim Aufbringen von echten Herbstgefühlen.
Normalerweise, und damit beziehe ich mich auf die Erfahrung der letzten Jahre, bin ich Anfang, spätestens Mitte September schon voll auf meine Lieblingsjahreszeit eingestimmt und zelebriere meine gewohnten Rituale.
Nun haben wir bereits Oktober. Immerhin bin ich vor wenigen Tagen endlich dazu gekommen, einige Accessoires zu besorgen.
Neue (Duft-) Kerzen und Kerzenhalter und ein bisschen herbstliche Dekoration, am liebsten selbstgemacht, reichen völlig aus, um eine gemütliche Atmosphäre ins Zuhause zu bringen.
Und natürlich Tee. Haufenweise Tee. Möglichst viele verschiedene Sorten, damit ich immer eine schöne Auswahl habe.
Meinen Kleiderschrank habe ich mittlerweile herbsttauglich gemacht (hierauf werde ich jetzt allerdings nicht weiter eingehen, weil ich einen separaten Beitrag plane).
Wie ihr seht, braucht es wirklich nicht viel, um den Schalter umzulegen.
Wieso bin ich also so spät dran?
Die Gründe hierfür sind so vielseitig wie eindeutig:
Der September hat mir mit seinen sommerlichen Temperaturen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei gefühlten 30 Grad im Schatten, kann einfach keine gemütliche Herbststimmung aufkommen. Jedenfalls bei mir nicht.
Dann kommt noch die Krankheit von meinem Vater dazu (s. letzter Beitrag), die mich gedanklich in weite Ferne katapultiert hat.
Jetzt merke ich, wie der ganze Ballast der letzten Tage und Wochen von mir abfällt. Ich ertappe mich mehr und mehr dabei, wie ich mich über die fallenden Blätter, die Sturmböen und Regenschauer freue, meine gebastelten Kerzen aufstelle, mich in einen übergroßen Wollpulli kuschel und mir einen Tee nach dem anderen koche und mir so Gemütlichkeit ins Wohnzimmer zaubere.
Langsam, ganz langsam traut es sich endlich raus, das Herbstmädchen in mir.

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Kopfsache.

Dieser Blogpost war nicht geplant. Jedenfalls nicht, wenn es um den Inhalt geht.
Manchmal passieren Dinge, die unvorhersehbar und ebenso unabwendbar sind mit dem Resultat, dass das Leben von einem Augenblick zum nächsten komplett auf den Kopf gestellt wird. In diesem Fall: Im wahrsten Sinne des Wortes, wie ihr gleich verstehen werdet.

Nicht gerade ideal für ein Gewohnheitstier wie z. B. mich.

Veränderungen können positiv sein, aber auch negativ.
Eigentlich hab ich es nicht so mit Negativität. Echt nicht! Wie einige von euch auch schon bei Instagram festgestellt haben dürften, bin ich von Natur aus sehr positiv bzw. optimistisch gestimmt und versuche stets, das Gute in den Dingen zu sehen. Oft gelingt mir das auch aber leider gibt es auch Dinge oder Situationen, die überhaupt nichts Gutes in sich haben, auch, wenn man noch so lange sucht.

Womit wir schon beim eigentlich Thema dieses Posts wären.

Vor zwei Tagen wurde bei meinem Vater ein Tumor gefunden. Hirntumor. Eine Haselnuss, die bereits jede Menge Schaden anrichtet und uns in völlige Ungewissheit stößt. Angefangen hat der Spuk vor etwa 3-4 Wochen mit stechenden Kopfschmerzen und Schwindel. Mittlerweile haben sich die Symptome um einiges verschlimmert. Man könnte fast schon von Glück sprechen, denn nur so wurde die Haselnuss entdeckt, und kann noch entfernt werden, bevor sie zur Walnuss heranwächst.
Ohne Zweifel war das natürlich ein Schock für die ganze Familie.

Nachdem ich die Nachricht von meiner völlig aufgelösten Mutter erhalten habe, bin ich ruhig geblieben. Ernsthaft, wenn mich mal Jemand gefragt hätte, wie ich mit sowas wohl umgehe, hätte ich wahrscheinlich eher darauf gewettet, dass ich völlig die Nerven verliere, heule schreie, um mich boxe und/oder sonst was. Aber nein. Ich war ruhig. Fast entspannt.
Ich habe „Hirntumor“ gegooglelt aber sehr schnell gemerkt, dass da Dinge standen, die ich einfach nicht wissen wollte. Jedenfalls noch nicht. Mir schossen mindestens 1 Millionen Gedanken durch den Kopf. Immer und immer wieder habe sich verschiedene Szenarien abgespielt.
Letztendlich ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich positiv denken muss.
Für mich, für ihn, für die ganze Familie. Er ist nicht alleine. Wir sind nicht alleine.
Als ich ihn gestern im Krankenhaus besucht habe, hat es mir fast das Herz gebrochen. Wie er da lag. Ruhig und ziemlich mitgenommen sah er aus. Und dann sah ich in seine müden Augen, habe mit ihm gesprochen und recht schnell gemerkt, dass er eigentlich ganz der Alte ist, lacht und Späße macht und sich einfach nicht unterkriegen lässt. Ich habe so einen starken Papa. Das macht mich unglaublich stolz. <3

Wisst ihr was das heimtückische an schlechten Nachrichten ist? Ich sag es euch: Oft…. viel zu oft… dauert es eine Weile, bis man realisiert, dass das, was man da erfahren und gesehen hat, tatsächlich wahr ist. So war es auch bei mir. Heute morgen. Im Büro. Mit voller Kraft! Plötzlich und ohne Vorwarnung kullerten die Tränen. Mein Magen hat sich zusammengeschnürt. Der Klos im Hals wurde immer größer und ich dachte, dass ich wohl keinen Ton mehr rausbekommen würde.
Ich bin dann schnell zur Toilette, habe mich dort einen Augenblick gesammelt, mich anschließend im Spiegel betrachtet und mir gedacht: „Oh oh, das kannst du jetzt unmöglich verbergen!“ Eigentlich wollte ich das auch gar nicht. Ich wollte mit meinen Kollegen darüber sprechen. Ich hab es getan. Und das tat gut. Ich habe den Tränen freien Lauf lassen. Auch das tat auch gut.

Das ist im Übrigen auch einer der Gründe, wieso ich euch das hier auf meinem Blog erzähle. Ich mache das nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich mache es, weil es mir so verdammt gut tut, Sachen von der Seele zu schreiben. Und unter uns gesagt ist das ein ganz schöner Brocken, der da gerade von mir abfällt.

Mir ist klar, dass wir jetzt noch am Anfang stehen und einen steinigen Weg beschreiten müssen.
Noch in dieser Woche wird die Haselnuss entfernt und erst danach werden wir erfahren, ob sie gutartig oder bösartig war und wie es dann weitergeht.
Aber eins ist sicher: Wir sind eine Familie und werden als Familie zusammenhalten und diese schwere Zeit gemeinsam überstehen!

-UPDATE- (2. Oktober 2016)
Ihr Lieben, mittlerweile ist eine Woche vergangen, seit ich diesen Beitrag veröffentlicht habe und ich muss zugeben, dass ich von der Resonanz, die ihr mir entgegen gebracht habt, überwältigt war. So viele liebe Worte und Genesungswünsche. Vielen Dank dafür!
Natürlich möchte ich euch nicht von so einer stark belastenden Sache erzählen und euch dann im Argen lassen, wie es mit meinem Vater, mit uns weiter geht.
Deshalb möchte ich euch jetzt kurz auf den aktuellen Stand bringen, der viele von euch mit Sicherheit beruhigen wird.
Meinem Vater ging es in der letzten Woche zunehmend schlechter. Er wurde daher zeitnah operiert und die Haselnuss sowie eine Zyste, die sich um sie herum gebildet hatte und in etwa so groß wie ein Hühnerei war, konnten vollständig entfernt werden. Wir haben erfahren, dass die Zyste aufgrund ihrer fortgeschrittenen Größe für die Schmerzen und die Sprachblockaden etc. verantwortlich war. Zum Glück, denn nur deshalb wurde der Tumor entdeckt.
Die Ärzte haben bereits ihre Einschätzung abgegeben, dass es sich um einen gutartigen Tumor gehandelt hat. Diese Einschätzung muss allerdings noch durch eine genaue Untersuchung im Labor bestätigt werden, was einige Wochen dauern kann.
Mittlerweile hat sich mein Vater von den Strapazen vor und nach der OP weitestgehend erholt. Er wird das Krankenhaus schon bald verlassen können und muss dann in die Reha.
Ich kann euch also mit gutem Gefühl sagen, dass das Schlimmste überstanden ist.
Natürlich wurden wir davon in Kenntnis gesetzt, dass diese Art von Tumor jederzeit an genau der gleichen Stelle wieder auftauchen könnte. Aber ich denke, dass wir mittlerweile so sensibilisiert sind, dass wir schon bei der kleinsten Verhaltensänderung reagieren können.

What a (Sunday-) Feeling

Ich liebe Sonntage <3

Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem ich mal abschalten kann, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Jedenfalls größtenteils und so gut es eben geht. Damit wären wir schon beim Punkt: Ich bin nicht sonderlich gut darin, abzuschalten. War ich noch nie und werde ich wohl auch nie sein.

Normalerweise bin ich ein totaler Organisationsmensch. Ich plane meine Woche eigentlich immer komplett durch und überlasse ungern etwas dem Zufall. Mittlerweile packe ich mir die Tage so voll, dass ich kaum Zeit zum Verschnauben habe. Wenn ich endlich aus dem Büro rauskomme (meistens eine halbe Stunde bis Stunde später als geplant), mache ich Besorgungen in der Stadt, gehe Einkaufen oder fahre eben direkt nach Hause und kümmere mich noch um den Haushalt. Ich möchte es in der Wohnung zu jeder Zeit ordentlich haben. Und dafür sorge ich auch. Tag für Tag. Die Katzen dürfen natürlich auch nicht zu kurz kommen und brauchen ihre tägliche Zuneigung. Die einen möchten in den Garten (und müssen natürlich unter permanenter Beobachtung stehen, damit sie nichts anstellen), der andere darf nicht in den Garten und braucht seine Kuscheldosis. Und irgendwo dazwischen fällt mir außerdem noch ein, dass Mama, Papa, Oma, Opa und sonstige Familienmitglieder auch schon lange kein Lebenszeichen mehr von mir bekommen haben. Dann ist es aber meistens schon zu spät, um sie noch anzurufen.

Wie ihr seht, stehe ich 6 Tage in der Woche unter Strom, deshalb bin ich unendlich dankbar, dass es den Sonntag gibt.

Der perfekte Sonntag besteht für mich eigentlich nur aus nichts tun. Einfach in bequeme Klamotten schlüpfen, die Füße hochlegen, eine nette Serie schauen, was leckeres essen und haufenweise Kaffee und Tee schlürfen, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an Verpflichtungen zu verschwenden.

Aber so sehen meine Sonntage fast nie aus, denn es gibt da noch einige Traditionen, die für mich irgendwie auch dazu gehören.

So beziehe ich z. B.  jeden Sonntag das Bett neu, damit wir in frischer und duftender Bettwäsche in die neue Woche starten können.

Außerdem plane ich die neue Woche grob vor.

 

Alles was im Haushalt (oder auch sonst) ansteht, wird auf die kommenden 6 Tage verteilt. Dabei versuche ich auch stets dafür zu sorgen, dass die Krissi-Zeit nicht zu kurz kommt. Egal ob Joggen gehen, Nägel lackieren oder eine Gesichtsmaske auftragen… alles wird so gut es geht im Voraus geplant, damit ich mir meine Zeit entsprechend einteilen kann. Seit ich mir vor einigen Wochen ein Bullet Journal zugelegt habe, klappt das alles auch ganz gut. Und ich habe jede Menge Spaß dabei.

Das alles klingt jetzt nach einem absoluten Kontrollfreak. Das bin ich wohl auch, aber ich fühle mich wohl dabei. Ich bin glücklich, wenn ich am Abend meine To Do´s abhacken kann und mit dem Gefühl ins Bett gehen kann, am Tag etwas geleistet zu haben.

Am Sonntag genau so wie an jedem anderen Tag in der Woche.

 

 

 

Willkommen auf meinem Blog <3

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Hallo ihr Lieben,

ich freue mich sehr, dass ihr hierher gefunden habt!

Ihr wollt sicherlich wissen, wer hinter dieser Website steckt. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung 😉 Deshalb möchte ich mich zuerst kurz vorstellen:

Mein Name ist Kristina, wer mag, nennt mich Krissi, ich bin (noch) 25 Jahre jung und wohne zurzeit in Köln.

Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich von Bornheim (Rheinland), einer Kleinstadt in der Nähe von Bonn, nach Köln gezogen.

Hier bin ich aufgeblüht und habe mir ein, wie ich finde, völlig neues Leben aufgebaut. Ich habe einen Job gefunden, den ich sehr mag, bin mit meinem Freund und meinen Katzen in eine tolle Wohnung (mit winzigem Garten und Rheinnähe) gezogen und fühle mich einfach pudelwohl hier.

Selbstverständlich habe auch ich mal doofe Tage und hier und da meine Problemchen, das ist völlig menschlich.Ich habe aber herausgefunden, dass mir das Schreiben nicht nur hilft, Freude zu teilen, sondern auch, mich von sämtlichen Lasten zu befreien.

Vor einigen Monaten habe ich angefangen, kleine Einblicke aus meinem Leben auf Instagram zu teilen. Dazu gehören mein persönliches Wohlbefinden, freudige Ereignisse, neue Errungenschaften, aber auch schlechte Erfahrungen und Probleme. Da das posten langer Texte bzw. Blogs auf Instagram aber eher umständlich ist, ist die Idee dieses Online-Blogs entstanden.

Das hier ist kein professioneller Beauty- oder Fashion-Blog. Aber ich probiere gerne Produkte oder Styles aus und werde auch mal Erfahrungen in diesen Bereichen mit euch teilen.

Ich freue mich auf die kommende Zeit mit diesem Blog und hoffe, dass Ihr mir hier ab und zu einen Besuch abstattet 🙂