Kopfsache.

Dieser Blogpost war nicht geplant. Jedenfalls nicht, wenn es um den Inhalt geht.
Manchmal passieren Dinge, die unvorhersehbar und ebenso unabwendbar sind mit dem Resultat, dass das Leben von einem Augenblick zum nächsten komplett auf den Kopf gestellt wird. In diesem Fall: Im wahrsten Sinne des Wortes, wie ihr gleich verstehen werdet.

Nicht gerade ideal für ein Gewohnheitstier wie z. B. mich.

Veränderungen können positiv sein, aber auch negativ.
Eigentlich hab ich es nicht so mit Negativität. Echt nicht! Wie einige von euch auch schon bei Instagram festgestellt haben dürften, bin ich von Natur aus sehr positiv bzw. optimistisch gestimmt und versuche stets, das Gute in den Dingen zu sehen. Oft gelingt mir das auch aber leider gibt es auch Dinge oder Situationen, die überhaupt nichts Gutes in sich haben, auch, wenn man noch so lange sucht.

Womit wir schon beim eigentlich Thema dieses Posts wären.

Vor zwei Tagen wurde bei meinem Vater ein Tumor gefunden. Hirntumor. Eine Haselnuss, die bereits jede Menge Schaden anrichtet und uns in völlige Ungewissheit stößt. Angefangen hat der Spuk vor etwa 3-4 Wochen mit stechenden Kopfschmerzen und Schwindel. Mittlerweile haben sich die Symptome um einiges verschlimmert. Man könnte fast schon von Glück sprechen, denn nur so wurde die Haselnuss entdeckt, und kann noch entfernt werden, bevor sie zur Walnuss heranwächst.
Ohne Zweifel war das natürlich ein Schock für die ganze Familie.

Nachdem ich die Nachricht von meiner völlig aufgelösten Mutter erhalten habe, bin ich ruhig geblieben. Ernsthaft, wenn mich mal Jemand gefragt hätte, wie ich mit sowas wohl umgehe, hätte ich wahrscheinlich eher darauf gewettet, dass ich völlig die Nerven verliere, heule schreie, um mich boxe und/oder sonst was. Aber nein. Ich war ruhig. Fast entspannt.
Ich habe „Hirntumor“ gegooglelt aber sehr schnell gemerkt, dass da Dinge standen, die ich einfach nicht wissen wollte. Jedenfalls noch nicht. Mir schossen mindestens 1 Millionen Gedanken durch den Kopf. Immer und immer wieder habe sich verschiedene Szenarien abgespielt.
Letztendlich ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich positiv denken muss.
Für mich, für ihn, für die ganze Familie. Er ist nicht alleine. Wir sind nicht alleine.
Als ich ihn gestern im Krankenhaus besucht habe, hat es mir fast das Herz gebrochen. Wie er da lag. Ruhig und ziemlich mitgenommen sah er aus. Und dann sah ich in seine müden Augen, habe mit ihm gesprochen und recht schnell gemerkt, dass er eigentlich ganz der Alte ist, lacht und Späße macht und sich einfach nicht unterkriegen lässt. Ich habe so einen starken Papa. Das macht mich unglaublich stolz. <3

Wisst ihr was das heimtückische an schlechten Nachrichten ist? Ich sag es euch: Oft…. viel zu oft… dauert es eine Weile, bis man realisiert, dass das, was man da erfahren und gesehen hat, tatsächlich wahr ist. So war es auch bei mir. Heute morgen. Im Büro. Mit voller Kraft! Plötzlich und ohne Vorwarnung kullerten die Tränen. Mein Magen hat sich zusammengeschnürt. Der Klos im Hals wurde immer größer und ich dachte, dass ich wohl keinen Ton mehr rausbekommen würde.
Ich bin dann schnell zur Toilette, habe mich dort einen Augenblick gesammelt, mich anschließend im Spiegel betrachtet und mir gedacht: „Oh oh, das kannst du jetzt unmöglich verbergen!“ Eigentlich wollte ich das auch gar nicht. Ich wollte mit meinen Kollegen darüber sprechen. Ich hab es getan. Und das tat gut. Ich habe den Tränen freien Lauf lassen. Auch das tat auch gut.

Das ist im Übrigen auch einer der Gründe, wieso ich euch das hier auf meinem Blog erzähle. Ich mache das nicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich mache es, weil es mir so verdammt gut tut, Sachen von der Seele zu schreiben. Und unter uns gesagt ist das ein ganz schöner Brocken, der da gerade von mir abfällt.

Mir ist klar, dass wir jetzt noch am Anfang stehen und einen steinigen Weg beschreiten müssen.
Noch in dieser Woche wird die Haselnuss entfernt und erst danach werden wir erfahren, ob sie gutartig oder bösartig war und wie es dann weitergeht.
Aber eins ist sicher: Wir sind eine Familie und werden als Familie zusammenhalten und diese schwere Zeit gemeinsam überstehen!

-UPDATE- (2. Oktober 2016)
Ihr Lieben, mittlerweile ist eine Woche vergangen, seit ich diesen Beitrag veröffentlicht habe und ich muss zugeben, dass ich von der Resonanz, die ihr mir entgegen gebracht habt, überwältigt war. So viele liebe Worte und Genesungswünsche. Vielen Dank dafür!
Natürlich möchte ich euch nicht von so einer stark belastenden Sache erzählen und euch dann im Argen lassen, wie es mit meinem Vater, mit uns weiter geht.
Deshalb möchte ich euch jetzt kurz auf den aktuellen Stand bringen, der viele von euch mit Sicherheit beruhigen wird.
Meinem Vater ging es in der letzten Woche zunehmend schlechter. Er wurde daher zeitnah operiert und die Haselnuss sowie eine Zyste, die sich um sie herum gebildet hatte und in etwa so groß wie ein Hühnerei war, konnten vollständig entfernt werden. Wir haben erfahren, dass die Zyste aufgrund ihrer fortgeschrittenen Größe für die Schmerzen und die Sprachblockaden etc. verantwortlich war. Zum Glück, denn nur deshalb wurde der Tumor entdeckt.
Die Ärzte haben bereits ihre Einschätzung abgegeben, dass es sich um einen gutartigen Tumor gehandelt hat. Diese Einschätzung muss allerdings noch durch eine genaue Untersuchung im Labor bestätigt werden, was einige Wochen dauern kann.
Mittlerweile hat sich mein Vater von den Strapazen vor und nach der OP weitestgehend erholt. Er wird das Krankenhaus schon bald verlassen können und muss dann in die Reha.
Ich kann euch also mit gutem Gefühl sagen, dass das Schlimmste überstanden ist.
Natürlich wurden wir davon in Kenntnis gesetzt, dass diese Art von Tumor jederzeit an genau der gleichen Stelle wieder auftauchen könnte. Aber ich denke, dass wir mittlerweile so sensibilisiert sind, dass wir schon bei der kleinsten Verhaltensänderung reagieren können.

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3 Kommentare

  1. Uff… Ich heule fast selber gleich 🙁
    Du bist so eine unglaublich starke, junge Frau und ich finde es echt klasse, wie du mit der Situation umgehst!
    Ich drücke deinem Papa, dir und deiner Familie ganz fest die Daumen, dass alles gut wird ♥

    Liebe Grüße
    Anne

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